Häufig gestellte Fragen

1. Wie passt ein Windpark in einen Wald – ist das nicht problematisch?

    Es gibt naturbelassene Wälder, in die auch wir als Windkraftbetreiber keine Anlage setzen würden – das sind insbesondere geschützte Wälder mit Fließgewässern und hohem Artenreichtum. Gegen einen Windpark im Wirtschaftswald ist hingegen aus forstwirtschaftlicher Sicht nichts einzuwenden. Seit Jahrhunderten wird Holz aus dem Wald gewonnen. Im 21. Jahrhundert kommt zur Holzgewinnung im Wald die Windernte über dem Wald. Der Eingriff in den Wirtschaftswald ist dabei so schonend wie möglich geplant.


    2. Wo gibt es in Österreich schon Windkraftwerke im Wald? Mit welchen Erfahrungen:

    1)    Sternwald, OÖ, 7 WKA

    In Oberösterreich wurden  2003 die ersten Windkraftanlagen im Sternwald errichtet – der bewaldete Höhenrücken an der Grenze zu Südböhmen erwies sich als idealer Standort für sieben Windkraftanlagen. Sie produzieren eine Strommenge, die dem Verbrauch von rund 10 Prozent aller Mühlviertler Haushalte entspricht. Die Erfahrungen mit diesem Waldwind-Standort sind sehr positiv: der  Tourismusverband Vorderweißenbach führt Gäste in den Windpark. Es gibt einen Wanderweg zum Windpark. Ein findiger Gastwirt kredenzt sogar Windkraft Jausen…Umfragen über die Akzeptanz des Projektes bescheinigen: eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung steht dem Windpark positiv gegenüber.

    Die Jäger standen dem Windpark anfangs kritisch gegenüber – was sich mittlerweile komplett geändert hat. Bereits zwei Wochen nach Inbetriebnahme der sechs  Windkraftwerke hielt sich in unmittelbarer Nähe bei einer Windkraftanlage ein Reh mit einem Kitz auf, als ob die Anlage schon immer dagestanden wäre. Es hat sich gezeigt: Das Wild meidet den Aufenthalt bei der Anlagenerrichtung, gewöhnt sich aber rasch an die neuen Windräder

    2) WP Moschkogel, Stmk: 5 Windkraftanlagen E70E4, 2,3 MW

    3) WP Steinriegel, Stmk: 10 WKA mit je 1,3 MW (an der Waldgrenze)

    4) WP Munderfing, OÖ, 5 WKA V 112 mit je 3 MW

    5) In Planung: WP Dürrkogel, Stmk: 5 WKA mit je 2,3 MW


    3.  Warum sind die Windkraftwerke so hoch ?

    Ganz verstecken können wir unsere Windkraftwerke nicht: Die Türme von modernen Windkraftanlagen sind 100 bis 140 Meter hoch, weil der Wind mit zunehmendem Abstand vom Boden konstanter und stärker weht. Dadurch kann der Standort effizient genutzt werden, weil die beste Windaubeute und damit eine größere Stromproduktion möglich sind. Die Größe ist also eine Frage der Effizienz - und des Vogelschutzes: Mit dem Abstand der Rotorblätter von den Baumwipfeln, sinkt die Gefährdung von Vögeln und Fledermäusen.

    Die Beutegreifer des Waldes bleiben in der Regel dort wo auch ihre Beute lebt: im Wald und nicht über dem Wald. Auch die Fledermäuse verlassen den Wald – wo sie geschützt sind – nur selten und wenn, dann kaum bis in die Höhe der Rotorblätter, da diese Höhen für sie schlicht und einfach zu windig sind.


    4. Kann man sich wirtschaftlich beteiligen?

    Wer will, kann sich beteiligen: Bürgerbeteiligung hat bei der Windkraft Simonsfeld große Tradition: das Weinviertler Unternehmen mit Sitz in Ernstbrunn, ist aus einer Initiative von energieinteressierten Menschen hervorgegangen. Aktuell betreiben ca. 1.700 energiebegeisterte Gesellschafterinnen und Gesellschafter 68 Windkraftwerke im Weinviertel und zwei Windturbinen in Bulgarien. An diesem Unternehmen kann man sich beteiligen – und somit am wirtschaftlichen Erfolg auch des Windparks profitieren.


    5. Sind Vögel und Fledermäuse gefährdet?

    Artenschutz und Naturschutz sind uns wichtig. Gerade weil wir uns als ökologisches Unternehmen positioniert haben, soll hier mit aller Deutlichkeit klargestellt werden: Wenn es ökologische Ausschließungsgründe gibt, werden wir diese Anlagen nicht errichten! Unabhängige Naturschutzexperten des Landes NÖ werden diese wichtige Frage im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung untersuchen. Nachsatz: Wenig bekannt ist, dass 80% der Jungpopulation von heimischen Singvögeln ihr erstes Lebensjahr nicht überleben. Die Gründe sind vor allem Hindernisse wie Hochleitungsmasten, der Straßenverkehr und natürliche Feinde.

    Ein unabhängiges Institut ist nach einem einjährigen Monitoring eines halben Dutzend Windparks in Österreich zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Kollisionsrisiko so gering ist, dass eine Gefährdung von Vogelpopulationen in den meisten Fällen ausgeschlossen werden kann. Zum Vergleich: Eine einzige Hauskatze erlegt auf ihren Beutezügen in etwa soviele Singvögel, wie durch einen Vogelschlag infolge einer Kollision mit einer  Windkraftanlage zu Tode kommen.

     

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